Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Sie sind hier: Startseite / Fachräume / Geschichte

Geschichte am Katharineum

Unterricht im Fach Geschichte wird durchgehend von der Klasse 6 der Orientierungsstufe bis zum letzten Jahrgang der Oberstufe unterrichtet. Über Themen und Inhalte des Geschichtsunterrichts sowie über die zu erwerbenden Kompetenzen informieren der Lehrplan für die Sekundarstufe I und der Lehrplan für die Sekundarstufe II.

Links - für die Arbeit im Fach Geschichte

Links - zu einzelnen Themen, chronologisch angeordnet

Wettbewerbe für Schülerinnen und Schüler

Ein Bild von der Geschichte zu vermitteln, das ist, so sagt man, die Aufgabe des Geschichtsunterrichts. Gemeint ist die Geschichte als Leben und Treiben in früheren Zeiten, als vergangenes Geschehen. Gemeint ist meist weniger Geschichte als die Erzählung oder die Wissenschaft von dem Geschehenen.

mengsmitauss

"Allegoria della Storia e del Museo"
Ausschnitt aus dem Gemälde - 2. Hälfte XVIII. Jh. - von Anton Rafael Mengs
(geb. 22.3.1728 in Aussig, gest. 29.6.1779 in Rom)

Günstige Voraussetzungen finden am Katharineum alle, die sich um ein Bild von der Geschichte bemühen: Mitten in der Lübecker Altstadt mit ihren bedeutenden Baudenkmalen gelegen, bietet das Gebäude Möglichkeiten zur alltäglichen Begegnung mit bemerkenswerten Überresten des ehemaligen Franziskanerklosters. Die teilweise im selben Gebäudekomplex untergebrachte, jedenfalls unmittelbar benachbarte und der Schule durch eine lange Geschichte verbundene Stadtbibliothek erschließt einen hilfreichen Fundus historischer Quellen und Darstellungen. Eine Reihe von Museen mit ihren Exponaten aus Mittelalter und Neuzeit ist nach kurzem Fußweg rasch zu erreichen. Und selbst das nicht weit entfernte Archiv der Hansestadt Lübeck konnte von Schülergruppen verschiedener Altersstufen nicht nur aufgesucht und besichtigt, sondern auch wiederholt mit Erfolg genutzt werden, vor allem im Rahmen von Projekten oder zur Erarbeitung von Wettbewerbs-Beiträgen. Die Mitarbeit einer Schülergruppe an archäologischen Grabungen in der eigenen Schule muss naturgemäß Ausnahme bleiben.

Die Möglichkeiten historischen Lernens werden am Katharineum durch solche Gelegenheit zu originaler Begegnung verbessert. Diese Begegnung mit historischen Überresten kann es erleichtern, Vorstellungen von Verhältnissen und vom Geschehen in vergangenen Zeiten zu gewinnen. Sie kann vor allem die Einsicht in die historische Bedingtheit der eigenen alltäglichen Umgebung fördern, sie kann die Entwicklung von Geschichtsbewusstsein begünstigen. Dennoch werden dieses und andere Ziele des Geschichtsunterrichts nicht ohne weiteres zu erreichen sein.

Das Bild von der Geschichte, das wir Anton Rafael Mengs verdanken, kann dies verdeutlichen. Zusätzliches Wissen, vom Künstler beim damaligen Betrachter vorausgesetzt, verändert unsere Wahrnehmung des historischen Dokuments. Solches Wissen zu erwerben, auch das soll der Unterricht im Spektrum der Fächer ermöglichen. Denn ohne dieses Wissen sind weder Quellen historisch angemessen zu deuten noch komplexere Darstellungen zur Geschichte zu verstehen. Bereits der zweite, nur etwas geschärfte Blick auf das Bild lässt erkennen, dass selbst Historia, die personifizierte Geschichte, das, was sie gerade schriftlich festhält, auf Berichte und Dokumente stützen muss. Sie ist, sieht man genauer hin, offensichtlich angewiesen auf durchaus nicht eindeutige Informationen anderer. Ebenso wie sie, auch das kann im Geschichtsunterricht erfahren werden, bedürfen alle, die sich mit Geschichte befassen, bestimmter Kompetenzen, um aktiv und bewusst fachlich begründete Vorstellungen von historischen Sachverhalten zu entwickeln. Dieser dauernde Prozess, in dem "Bilder" von der Geschichte erarbeitet, überdacht, ergänzt, verändert werden, kann – und das wäre ein zentrales Ziel historischen Lernens – ein möglichst reflektiertes Geschichtsbewusstsein entstehen lassen.