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Bierbrauen

Bierbrauen unter chemischen Aspekten

Der Chemie-LK des zwölften Jahrgangs traf sich eines Sonntags in den Räumen des Katharineums, die Herr Herzog extra heizte, damit Frau Uhlmann mit ihrem Leistungskurs Chemie Bier brauen konnte.

Kurz zuvor hatte Frau Uhlmann eine Fortbildung zu diesem Thema besucht und so standen uns ein gutes Rezept, sowie die benötigten Zutaten in hervorragender Qualität zur Verfügung. Diverse benötigten "Zutaten" brachte auch der Kurs mit, wie etwa einige große Kochtöpfe und ein schmackhaftes Frühstück.

MaischeBevor wir jedoch mit dem eigentlichen Brauen beginnen konnten mussten die Steuerformalitäten für das Hauptzollamt geklärt sein. Dann konnte endlich ein Sud (Maische) mit dem Getreide und Wasser aufgesetzt werden um die Stärke aus dem Getreide herauszuholen, denn diese soll später ja vergoren werden.

Da dieser Sud über eine halbe Stunde lang bei knapp 70°C erhitzt werden muss, war genug Zeit zusammen zu frühstücken und den weiteren Tagesablauf zu besprechen. Jeder hatte etwas zum Essen mitgebracht und so entstand eine bunte Tafel auf der jeder etwas Leckeres fand. Dies war auch eine gute Gelegenheit die anderen Kursteilnehmer etwas besser kennenzulernen, denn an einem Sonntagmorgen abseits von Schulstress und Sonstigem hat jeder die Zeit etwas zu erzählen, zumal die Ernis unter der Woche immer im Stress sind pünktlich an den Koberg zu kommen.

Filtration

 

 

 

Nachdem das Getreide ausreichend gequollen und genug Stärke im Sud gelöst war wurde die Flüssigkeit mit einem selbst gebastelten Rohr abgesaugt und es blieb nur ein süßlicher Getreidebrei im Topf zurück.

In den Ruhepausen, die das zukünftige Bier im Brauprozess immer wieder braucht war genug zeit einen enormen Kühlturm in der Chemie aufzubauen, der später das Endprodukt für den Gärprozess herunterkühlen sollte.

 

Kühler I

 

Denn die Hefebakterien, welche für die Zersetzung der 
Kohlenhydrate zu Alkohol verantwortlich sind vertragen
keinesfalls die 50°C der Maische.

 

Kühler II

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bevor der Sud allerdings durch den Kühlturm fließt wird noch der geschmacklich wichtige Hopfen hinzugegeben, welcher hier als dicklich, grüner Extrakt vorlag und sehr genau dosiert werden sollte, da er eine extreme Bitterwirkung hat.

Hopfen

Nun folgt das Kochende und das Ausschlagen im sogenannten Whirlpool. hier wird einfach im Topf mit einer Kelle ein kräftiger Strudel erzeugt. Jetzt war es soweit: Der noch heiße Sud konnte durch den "Kühlturm" gekippt werden und unten kam ein handwarmes Produkt heraus, welches vom Geruch her einem Pilsener schon sehr ähnelte. Wer jedoch den entstehenden Schaum probierte, der hätte sich anschließend am liebsten den Mund mit Seife ausgewaschen, denn im Schaum waren all die bitter machenden Eiweiße enthalten und er musste kurzerhand abgeschöpft werden.

Nun folgten acht lange Wochen des Gärens nur unterbrochen von einem Abkippen um die Hefe zu entfernen. Aber dann, eine Woche vor den Ferien war es endlich soweit, es konnte zum ersten Mal das Bier probiert werden: und es schmeckt.

An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal unserer LK-Lehrerin Frau Uhlmann danken, die sich für dieses Projekt die Zeit und Nerven genommen hat.